Topsharing als vielversprechendes Zukunftsmodell

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Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnen alternative Arbeitsmodelle immer mehr an Bedeutung. Dem Führungskräftemangel soll Topsharing (geteilte Führung), bei dem zwei Personen gemeinsam eine Führungsposition übernehmen und dabei gemeinsam Verantwortung tragen, entgegenwirken können.

In einem Projekt hat sich OVE Fem, das Netzwerk für Frauen im OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik, gemeinsam mit ABZ*AUSTRIA intensiv mit dem Modell „Geteilte Führung“
auseinandergesetzt. Unternehmen in der Elektro- und Informationstechnik sowie Energiewirtschaft sind besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Fast 14.000 Fachkräfte fehlen aktuell in der Branche. Vor allem bei Frauen ist das Potenzial noch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Um qualifizierte Fachkräfte rekrutieren zu können, benötigen Unternehmen entsprechend attraktive Angebote zur Arbeitsplatzgestaltung.

Arbeitspensum bis zu 150 Prozent in einer Führungsposition

Die Wortkreation Topsharing kommt aus dem Zusammensetzen der Worte Top Management und Job Sharing und meint die geteilte Führungsrolle. Topsharing ist ein partnerschaftliches Führungskonzept mit neuen Formen der Entscheidungsfindung und die Weiterentwicklung des Jobsharing-Modells für Top-Positionen, bei dem zwei Führungskräfte gemeinsam eine Position bekleiden, gleichberechtigt ein Team führen und Verantwortung gemeinsam übernehmen. So können sich beispielsweise zwei Personen in Teilzeit eine Führungsposition teilen und mit einem Arbeitspensum von insgesamt 130 Prozent oder 150 Prozent realisieren. Als Synonyme zu Topsharing werden auch die Begriffe Co-Führung oder Co-Leitung verwendet.

Vorteilhaft für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Topsharing ist ein attraktives Modell für bestimmte Lebensphasen, etwa für die Zeit
nach der Familiengründung, wenn ein Angehöriger zu pflegen ist oder wenn berufsbegleitend eine
Ausbildung absolviert wird. Davon können sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren.

„Mit Topsharing können Unternehmen den Rekrutierungspool erweitern, Führungskräfte entlasten, den Frauenanteil im Management erhöhen und so dem drohenden Führungskräftemangel entgegenwirken“, betont Esther Himmen in ihrer „Studie zum Interesse an Jobsharing auf Führungsebene“ die Vorteile von geteilter Führung.

Wettbewerbsvorteil aufgrund ausgeprägterer Team-Performance

Ein wesentlicher Faktor des Topsharings ist, dass sich Diversität in der Führung stark positiv auf die Team-Performance in Richtung Kreativität und Innovation auswirkt. In Zeiten der Systemtransformation entsteht dadurch ein klarer Wettbewerbsvorteil, der sich auch in der gesamten Wirtschaftlichkeit widerspiegelt.

(pi)

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