Vorsichtige Stabilisierung der globalen Geschäftsstimmung zum Jahresbeginn 2026

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Zum Auftakt des Jahres 2026 zeichnet sich weltweit eine vorsichtige Stabilisierung der wirtschaftlichen Erwartungen ab. Nach mehreren Quartalen rückläufiger Stimmung mehren sich die Anzeichen für eine allmähliche Erholung, getragen von entspannteren Lieferketten, verbesserter Planbarkeit im internationalen Handel und insgesamt stabileren finanziellen Rahmenbedingungen. Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine Phase der Konsolidierung hin, in der Unternehmen ihre Erwartungen neu ausrichten und verstärkt auf Verlässlichkeit und nachhaltige Planung setzen.

Zum Jahresauftakt 2026 zeigt sich eine vorsichtige Stabilisierung der globalen Geschäftsstimmung. Der aktuelle Global Business Optimism Index (GBOI) von Dun & Bradstreet steigt im ersten Quartal 2026 weltweit um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und beendet damit eine vier Quartale andauernde Abwärtsbewegung. Zur Erholung tragen insbesondere eine verbesserte Lieferkettenlage, mehr Planungssicherheit im internationalen Handel sowie stabilere finanzielle Rahmenbedingungen bei. 
 
In Deutschland setzt sich dieser positive Trend fort – wenn auch mit geringerer Dynamik als im außergewöhnlich starken Vorquartal. Nachdem der GBOI im vierten Quartal 2025 um 15 Prozent zugelegt hatte, steigt er im ersten Quartal 2026 erneut um 2 Prozent.  
 
„Nach dem kräftigen Aufschwung im vierten Quartal sehen wir nun eine Phase der Stabilisierung“, sagt Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun & Bradstreet. „Viele Unternehmen profitieren von verlässlicheren Rahmenbedingungen und einer zunehmenden Klarheit in der wirtschaftlichen Planung.“ 

Geschäftsklima: globale Erholung mit Größenunterschieden 

Der globale Geschäftsklimaindex legt im ersten Quartal 2026 um 3,5 Prozent zu und beendet damit die Abwärtsbewegung der Vorquartale. Auffällig sind hierbei die Unterschiede nach Unternehmensgröße: Während kleine Unternehmen ihre Erwartungen deutlich ausweiten (+11,4 Prozent), verbessern sich die Aussichten bei mittelgroßen Unternehmen nur moderat (+3,4 Prozent). Großunternehmen hingegen verzeichnen einen Rückgang (-3,2 Prozent), unter anderem aufgrund schwächerer Lagerumschlagszahlen.  
 
Deutschland hebt sich dabei durch die Bestätigung des im Vorquartal eingeleiteten Aufschwungs ab. Der erneute Anstieg um 2 Prozent folgt auf den außergewöhnlich starken Zuwachs von 15 Prozent im vierten Quartal 2025 und signalisiert eine Stabilisierung der Erwartungen.  

Lieferketten: globaler Rückenwind, Deutschland profitiert 

Der Global Business Supply Chain Continuity Index steigt weltweit um 6,6 Prozent. In 28 von 32 untersuchten Volkswirtschaften verbessern sich Lieferzeiten und Kostenbedingungen. Besonders deutlich ist die Entspannung in konsumnahen Industrien wie der Lebensmittelherstellung (+13,5 Prozent), der Textilindustrie (+11,3 Prozent) sowie im Groß- und Einzelhandel (+10,7 Prozent).

Finanzielle Zuversicht und Investitionen: zurückhaltend – aber klar wachstumsorientiert 

Die finanzielle Zuversicht nimmt global wieder zu: Der Global Business Financial Confidence Index steigt im ersten Quartal um 6,2 Prozent. Unternehmen erwarten stabilere Margen und eine verbesserte Liquiditätsplanung. Parallel legt auch das Investitionsvertrauen gemäß dem Global Business Investment Confidence Index zu(+6,2 Prozent). 
Auffällig ist dabei die Finanzierungsstrategie: Rund 70 Prozent der Unternehmen planen Investitionen primär aus eigenen Mitteln und verzichten bewusst auf neue Verschuldung. In Deutschland zeigt sich eine gezielte Investitionsneigung: 73,1 Prozent der Unternehmen erwarten, im ersten Quartal 2026 langfristige Finanzierungen aufzunehmen. 

ESG in Deutschland: Normalisierung nach starkem Vorquartal 

Der ESG-Index zeigt im vierten Quartal 2025 eine markante Trendwende. Während er weltweit um 5,1 Prozent steigt, verzeichnet Deutschland einen Rückgang von 5 Prozent. Besonders auffällig ist der Vergleich zum vorherigen Bemessungszeitraum: Im dritten Quartal 2025 war der globale ESG-Index noch um 5 Prozent gefallen, während Deutschland einen außergewöhnlich starken Anstieg von 16 Prozent verzeichnete. 
 
„Innerhalb von nur zwei Quartalen ergibt sich damit für Deutschland ein Rückgang von rund 20 Prozentpunkten“, so Kuhlmann. „Dies deutet darauf hin, dass ESG-Aktivitäten zuletzt stark von kurzfristigen regulatorischen und marktgetriebenen Impulsen geprägt waren und sich nun auf ein normalisiertes Niveau einpendeln.“ 

(pi)

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