Unternehmen stehen im Supply-Chain-Management vor wachsenden Herausforderungen durch Unsicherheit, steigende Komplexität und zunehmenden Entscheidungsdruck. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, rücken Effizienz, schnelle Entscheidungsfindung sowie der gezielte Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Lösungen immer stärker in den Fokus.
Blue Yonder, weltweit führender Anbieter von End-to-End-Lösungen für die digitale Transformation von Lieferketten, hat seinen zweiten „Supply Chain Compass“ veröffentlicht. Der jährliche Report bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten strategischen Prioritäten von fast 700 Supply-Chain-Fachleuten in Nordamerika und Europa. Die Studie ergab, dass derzeit weniger Führungskräfte der Meinung sind, für die Zukunft gerüstet zu sein (66 Prozent) als im Vorjahr (73 Prozent). Angesichts weitverbreiteter Unsicherheit haben für sie die Verbesserung von Effizienz und Produktivität sowie eine schnellere und bessere Entscheidungsfindung höchste Priorität.
Untersucht wurden außerdem die 46 Prozent der Führungskräfte, die den Ausblick auf die Zukunft ihrer Lieferketten als sehr optimistisch bezeichneten, um Unterschiede in Leistungen oder Ergebnissen gegenüber denjenigen zu ermitteln, die sich als weniger optimistisch geäußert haben. Die Zuversicht korreliert stark mit der erwarteten finanziellen Entwicklung. Die Führungskräfte mit dem größten Optimismus gehen anders vor: Sie verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, arbeiten zusammen, bauen Silos ab und investieren in Technologie, insbesondere in KI und einheitliche Datenplattformen. Infolgedessen machen sie sich weitaus weniger Sorgen um disruptive Veränderungen oder das Tempo des technologischen Wandels.
Wesentliche Erkenntnisse in 2026:
• Nur 48 Prozent der weniger optimistischen Führungskräfte glauben, bereit für die Zukunft zu sein, verglichen mit 87 Prozent der optimistischen Führungskräfte.
• Die Verbesserung von Effizienz und Produktivität ist die strategische Priorität Nummer eins für 2026, sie und wurde von 35 Prozent der Führungskräfte ausgewählt. An zweiter Stelle – mit einem deutlichen Aufstieg von Platz sieben im vergangenen Jahr – steht eine schnellere und bessere Entscheidungsfindung.
• Während sich Supply-Chain-Verantwortliche besser gerüstet fühlen, mit technologischen Bedrohungen oder operativen Problemen umzugehen, reagieren sie am langsamsten auf geopolitische Störungen. Nur 20 Prozent der Führungskräfte sind in der Lage, innerhalb von 24 Stunden eine Lösung zu entwickeln und umzusetzen. Weitere 38 Prozent benötigen für die Ausarbeitung und Umsetzung eines Reaktionsplans länger als eine Woche.
• Unified Data Platforms sind die am weitesten verbreitete neue Technologie. 51 Prozent der Supply-Chain-Verantwortlichen setzen diese bereits ein.
• Der Einsatz von KI nimmt zu: 45 Prozent nutzen gegenwärtig maschinelles Lernen und prädiktive KI, 24 Prozent nutzen generative KI (doppelt so viele wie 2025) und nur 8 Prozent nutzen agentenbasierte KI.
Entstehende Vertrauenslücke
Der Report 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass Optimismus wichtige Unternehmensziele beeinflusst. Die 46 Prozent der Führungskräfte mit sehr hohem Optimismus haben Vertrauen in ihre Strategien zum Aufbau von Resilienz, im Lieferkettenmanagement und bei der Priorisierung von Maßnahmen. Bemerkenswert ist, dass die weniger optimistische Gruppe fast doppelt so häufig angibt, einen neuen Ansatz zu benötigen (43 Prozent gegenüber 23 Prozent), als die sehr optimistische Gruppe.
Operative Stärke an erster Stelle
Die „Verbesserung von Effizienz/Produktivität“ ist die wichtigste strategische Priorität für 2026 und wurde von 35 Prozent der Führungskräfte ausgewählt. Der Bericht dokumentiert zudem eine deutliche Verschiebung der Prioritäten: Im Vergleich zu 2025 hat die Fähigkeit zu schnellerer und besserer Entscheidungsfindung deutlich an Bedeutung gewonnen.
Da Unternehmen weiterhin in Technologie investieren, können sie Entscheidungen schneller und auf einer detaillierteren Ebene treffen, und Probleme lassen sich leichter erkennen und lösen. Gleichzeitig werden Störungen und Komplexitäten weiter zunehmen. Gute Entscheidungen schnell und in großem Maßstab zu treffen, ist zu einer der größten Herausforderungen geworden, denen Führungskräfte heute gegenüberstehen.
Reaktionszeiten bleiben bei geopolitischen Störungen am längsten
Der Report zeigt, dass die Reaktionszeiten bei verschiedenen Arten von Störungen variieren. Auf geopolitische Störungen wird am langsamsten reagiert. Nur 20 Prozent der Führungskräfte können innerhalb von 24 Stunden eine Lösung entwickeln und umsetzen, während 38 Prozent länger als eine Woche benötigen, um auf geopolitische Störungen angemessen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Einheitliche Daten und prädiktive KI spalten das Teilnehmerfeld
Optimisten stellen mit höherer Wahrscheinlichkeit Budgets für Technologieinvestitionen bereit, die in der Regel auch größer ausfallen. Optimisten haben zudem mit höherer Wahrscheinlichkeit einheitliche Datenplattformen implementiert.
Unter allen Teilnehmern wurden einheitliche Datenplattformen als derzeit am häufigsten eingesetzte Technologie identifiziert. Maschinelles Lernen bzw. prädiktive KI ist gegenwärtig am weitesten in Lieferketten verbreitet. Generative KI wächst rasant, während agentenbasierte KI sich noch in den frühen Stadien der Einführung befindet.
„Führungskräfte im Bereich Supply Chain sind gefordert, mehr Entscheidungen öfter und in kürzerer Zeit zu treffen“, sagt Duncan Angove, Geschäftsführer von Blue Yonder. „Im Supply Chain Management ist Vertrauen mehr als eine Denkweise. Es basiert auf vollständiger Transparenz, einheitlichen Daten und praktischer KI, die Teams befähigt, schnell und in großem Umfang gute fundierte Entscheidungen zu treffen. Blue Yonder ermöglicht es Unternehmen, Planungs-, Sourcing- und Ausführungsfunktionen miteinander zu verknüpfen, um Entscheidungsmüdigkeit zu reduzieren, schnell auf Störungen zu reagieren und das Geschäft kontrollierter zu führen.“
(pi)