Technologie im Aufbruch – der Mensch im Mittelpunkt

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Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Datenintegration prägen die digitale Transformation von Unternehmen zunehmend. Sie steigern Effizienz, unterstützen Entscheidungen und eröffnen neue Möglichkeiten. Doch bei aller technologischen Dynamik bleibt eines entscheidend: Der Mensch steht im Zentrum – als Mitarbeitender wie auch als Kunde, besonders dort, wo Komplexität, Vertrauen und persönliche Beratung gefragt sind.

Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Datenintegration – die neuen Technologien sind auf dem Vormarsch. Sie übernehmen viele Aufgaben, unterstützen bei Entscheidungen und helfen Unternehmen dabei, effizienter zu werden. Ein Trend, der sich auch 2026 fortsetzen wird. Doch ganz klar ist: Im Fokus steht der Mensch. Sowohl Mitarbeitende als auch Kunden brauchen den menschlichen Kontakt – vor allem, wenn es um komplexe Themen und Unsicherheiten geht.Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Datenintegration – die neuen Technologien sind auf dem Vormarsch. Sie übernehmen viele Aufgaben, unterstützen bei Entscheidungen und helfen Unternehmen dabei, effizienter zu werden. Ein Trend, der sich auch 2026 fortsetzen wird. Doch ganz klar ist: Im Fokus steht der Mensch. Sowohl Mitarbeitende als auch Kunden brauchen den menschlichen Kontakt – vor allem, wenn es um komplexe Themen und Unsicherheiten geht.

Künstliche Intelligenz – Jahr des Erwachsenwerdens

Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht mehr aus den Unternehmen wegzudenken. In vielen Unternehmen wird der Einsatz von KI getestet, gefördert und ausgebaut. Doch bisher ist die Verwendung von KI-Lösungen oftmals eher ein Ausprobieren. Nach einer Studie des MIT schaffen es nur 5 Prozent aller GenAI-Initiativen aktuell in die Produktion. Das liegt jedoch weniger an den technologischen Möglichkeiten, sondern vielmehr an der Fähigkeit, diese in bestehende Prozesse zu integrieren, anzupassen und Feedback zu verarbeiten. Das führt bis zu einem gewissen Grad zu einer Ernüchterung. Doch der Erkenntnisgewinn ist sehr wertvoll. KI sollte nicht um der KI-Willen eingesetzt werden, sondern dort, wo sie eine sinnvolle Ergänzung oder Unterstützung ist. Der Trend wird dahin gehen, dass Unternehmen prüfen, welche Möglichkeiten für sie das größte Einsparpotenzial oder den größten Effizienzhebel bergen. Das kann beispielsweise KI sein – oder aber auch der persönliche Kundenberater im Vertrieb bleiben. 

So wird die Tendenz beispielsweise bei Versicherungsunternehmen dahin gehen, dass KI über Sprachmodelle in der Kundenkommunikation mit Augenmaß eingesetzt wird. Hier kann sie etwa beim Abschluss von einfachen Versicherungsprodukten wie Privathaftpflicht- oder KFZ-Versicherungen eine große Rolle spielen. Doch immer dann, wenn es um existentielle Bedrohungen und komplexe Produkte geht, zum Beispiel bei Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherungen, wird KI-getriebene Kommunikation weiterhin das Nachsehen haben. KI kann hier Unterstützung sein für Sales- oder Servicemitarbeitende, für die eigentliche Kommunikation braucht es jedoch einen echten menschlichen Kontakt.

Dies lässt sich auch in der Industrie beobachten. Generell ist davon auszugehen, dass einfache Abwicklungen, wie zum Beispiel bei Retail-Produkten, gut automatisiert über KI realisiert werden können. Bei beratungsintensiveren Produkten, wie beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, ist das anders. Hier möchten Kunden mit jemandem ins Gespräch kommen, der auch zwischenmenschliche Töne versteht. Dafür reicht ein KI-Chatbot nicht aus.

Automatisierung schreitet weiter voran

Auch in der Automatisierung wird KI zunehmend eingesetzt. Sie ist allerdings nur ein Baustein und lässt sich beispielsweise mit anderen Möglichkeiten wie Robotic Process Automation (RPA) kombinieren, um so komplexe Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. Die Grundlage dafür bildet eine umfassende Analyse der bestehenden Workflows. Häufig gibt es noch Bereiche, in denen Menschen Routinetätigkeiten weiterhin manuell erledigen müssen. In den Prozessen schlummert also noch viel Potenzial, da diese nicht End-to-End optimiert sind. Diese Lücken können durch ein geschicktes Kombinieren von smarten Anwendungen geschlossen werden.

Für Industrieunternehmen liegt großes Potenzial insbesondere in der Logistik. Dazu zählen die Transportplanung mit optimalen Routen, die automatisierte Verarbeitung eingehender Frachtpapiere im Wareneingang sowie die Lagerplatzoptimierung und die Verbesserung von Pick- und Pack-Prozessen. In einem anderen Bereich – der vorausschauenden Instandhaltung (Predictive Maintenance) – erkennt KI frühzeitig mittels Analyse von Sensordaten und anderen relevanten Informationen den Wartungsbedarf von Maschinen. Das reduziert Stillstände und Ausfallkosten und erhöht die Lebensdauer von Maschinen. Auch in der vorausschauenden Materialbedarfsplanung prognostiziert KI Bedarfe, basierend auf historischen Verbrauchsdaten und saisonalen Mustern sowie weiteren Einflussfaktoren. Unternehmen können so Engpässen frühzeitig entgegenwirken.

In der Versicherungswirtschaft ist bereits vieles automatisiert. Der große Vorteil von Versicherungen und Banken ist, dass ihre Produkte virtuelle Produkte sind, die im digitalen Raum investieren. Lapidar gesagt, bestehen Versicherungen nur noch als Nullen und Einsen. Das ist eine bessere Voraussetzung für eine vollständige Automatisierung, als wenn es um anfassbare Wirtschaftsgüter geht, die gefertigt werden müssen und für die eine umfangreiche Logistik notwendig ist. Die physische Welt lässt sich schwerer automatisieren als die rein digitale Welt.

Datenintegration nimmt Fahrt auf

Branchenübergreifend lässt sich beobachten, dass die Verknüpfung von Daten eine immer größere Rolle spielt. Denn das hilft, Entscheidungen evidenzbasiert zu treffen. Bisher sammeln viele Unternehmen ihre Daten noch in getrennten Töpfen. Dadurch ist keine Datenbasis vorhanden, über die man ad hoc abfragen könnte, ob es Zusammenhänge gibt. Bringt man hingegen beispielsweise Kunden-, Unternehmens- und Marktdaten zusammen, lassen sich gute Vorhersagemodelle für die Zukunft entwickeln. Entscheidungen werden dann nicht nur aufgrund von Meinungen, Intuition und Einschätzungen getroffen, sondern fußen auch auf Zahlen und Fakten. Daraus erwachsen bessere Managemententscheidungen, denn sie geben Einblick in Abhängigkeiten, beispielsweise welche Auswirkungen politische Instabilitäten auf Lieferanten haben können.

Auch für den Einsatz moderner Technologien ist die Datenkompetenz und -integration eine wichtige Voraussetzung, denn Cloud-Computing, IoT und KI-Lösungen sind auf einen reibungslosen Datenfluss angewiesen.

IT gehört ins C-Level

Die IT ist schon lange kein reiner Technik-Support für die Fachabteilungen mehr. Sie gilt heute vielmehr als Enabler für neue Geschäftsmodelle und beeinflusst massiv die Geschäftsprozesse und den Erfolg von Unternehmen. IT ist der Motor der digitalen Transformation, denn sie verschafft den Unternehmen die Möglichkeiten, sich zu verbessern, anzupassen und effizienter zu werden. Damit ist sie ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Datenintegration und Automatisierung sind Themen, die heute stark mit der IT verbunden sind. Deshalb ist das Einbeziehen von IT-Kompetenz in Managemententscheidungen von Unternehmen ein wichtiger Schritt. Denn so kann IT die Zukunft des Unternehmens aktiv mitgestalten, innovative Geschäftsmodelle vorantreiben und als treibende Kraft zu einer gelingenden digitalen Unternehmenstransformation beitragen.

Veränderung klappt nur mit gutem Change Management

Bei aller technischer Innovation dürfen die Menschen nicht vergessen werden. Projekte scheitern häufig nicht an der neuen Technologie, sondern an der fehlenden Einbindung der Mitarbeitenden. Ein Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn es auf Anwenderseite akzeptiert wird. Daher sollten Unternehmen ihre Mitarbeitenden unbedingt in alle Projekte und Initiativen einbinden. Change Management scheitert häufig an knappen Zeitplänen oder Budgets, was oftmals zu einem holprigen Go-Live führt. Manchmal ist der Erfolg des Projekts gefährdet, da Systeme unterschätzt werden.

Wer jedoch seine Mitarbeitenden informiert und am Veränderungsprozess beteiligt, versteht ihre Skepsis und Befürchtungen. Mit Change Communication kann diese Unsicherheit gemanaged werden und bestenfalls in breite Akzeptanz umschlagen. Die Einbindung von externen Change-Experten erhöht die Erfolgsquote um durchschnittlich 48 Prozent. Dies unterstreicht die Wirksamkeit professioneller Unterstützung gerade für mittelständische Unternehmen mit begrenzten internen Kapazitäten.

Fazit

Die Gestaltung der Digitalisierung ist eine Managementaufgabe. Als Enabler sollte die IT ins C-Level integriert werden. Zudem ist für eine Transformation Automatisierung ein entscheidender Mechanismus und das datengetriebene Unternehmen eine wichtige Zielsetzung. In die Veränderungsprozesse sollten auch die Mitarbeitenden frühzeitig mit eingebunden werden, damit sie die Neuerungen mittragen. Geht es um die Transformation von Customer Engagement Themen, sollte auf Menschlichkeit gesetzt werden. Das erhöht an vielen Stellen den Erfolg in der Kundenberatung. Es gilt also auch für 2026: Neue Technologien treiben Unternehmen voran, doch im Mittelpunkt steht nach wie vor der Mensch.

(pi)

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