MINT-Fachkräfte als Schlüssel für Österreichs wirtschaftliche Zukunft

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Die MINT-Branchen zählen zu den wichtigsten Säulen der österreichischen Wirtschaft. Sie leisten einen erheblichen Beitrag zur Wertschöpfung und sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Besonders die starke industrielle Basis prägt diesen Bereich maßgeblich.Gleichzeitig steht Österreich vor einer wachsenden Herausforderung. Die Zahl an qualifizierten Fachkräften entwickelt sich nicht im gleichen Tempo wie der Bedarf. Vor allem im internationalen Vergleich zeigt sich hier Aufholbedarf. Ohne gezielte Investitionen in Ausbildung und Qualifikation könnte diese Lücke langfristig zum Risiko werden.

Der STEM Skills Outlook 2026 von SThree zeigt die Bedeutung der MINT-Branchen für den Wirtschaftsstandort Österreich. Im Jahr 2023 erwirtschafteten die jeweiligen Sektoren rund 57 Milliarden Euro (78 Milliarden USD, PPP) und trugen damit 15,1 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung bei. Zugleich zeigt die Studie, dass bei einer Abschwächung der Ausbildungs- und Qualifikationspipeline bis 2035 ein kumulierter Output von rund 30 Milliarden Euro (42 Milliarden USD, PPP) gefährdet ist.

Der Bericht, der für die MINT-Arbeitsmarktberatung SThree vom Centre for Economics and Business Research (Cebr) erstellt wurde, untersucht 42 Volkswirtschaften und bewertet sowohl deren Abhängigkeit von inländischem MINT-Nachwuchs als auch die Risiken, die mit einem Rückgang des Angebots an qualifizierten Fachkräften verbunden sind. Im Durchschnitt macht der MINT-Sektor in den analysierten Volkswirtschaften 14,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung aus.

„Was Österreich auszeichnet, ist die starke wirtschaftliche Verankerung von MINT, gerade im Engineering. Das ist eine Stärke, bringt aber auch eine gewisse Abhängigkeit mit sich. Wenn ein so großer Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung auf diesen Bereichen beruht, wird die Entwicklung der Qualifikationsbasis schnell zu einer Frage der wirtschaftlichen Resilienz“, sagt Cliff Sidhu, Managing Director DACH von SThree.

MINT-Wertschöpfung in Österreich

Für Österreich hebt der Report zwei zentrale Erkenntnisse hervor. Einerseits ist man in erheblichem Maß auf die Wertschöpfung der MINT-Branchen angewiesen. Andererseits ist die Zahl der BSc- oder gleichwertigen Absolventen im internationalen Vergleich gering. Mit 5,9 Absolventen pro 1.000 Personen im erwerbsfähigen Alter liegt Österreich auf dem viertletzten Platz im Vergleich der untersuchten Länder.

Auf Basis der bisherigen Entwicklung bei den Absolventenzahlen prognostiziert die Studie für Österreich bis 2035 eine MINT-Bruttowertschöpfung von rund 77 Milliarden Euro (106 Milliarden USD, PPP). Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,1 Prozent. Entwickelt sich die Zahl der Absolventen weniger günstig, würde die MINT-Wertschöpfung bis 2035 laut Studie rund 71 Milliarden Euro (98 Milliarden USD, PPP) erreichen. Die Differenz zwischen beiden Szenarien summiert sich im Zeitraum von 2025 bis 2035 auf rund 30 Milliarden Euro (42 Milliarden USD, PPP).

Engineering prägt Österreichs MINT-Sektor

Innerhalb des MINT-Sektors Österreich entfällt ein besonders großer Anteil auf den Bereich Engineering. 47,4 Prozent der MINT-Bruttowertschöpfung stammen aus diesem Segment. Laut Studie ist dies vor allem auf die starke industrielle Basis des Landes zurückzuführen, insbesondere in Bereichen wie Maschinenbau, Ausrüstung und Metallverarbeitung.

Auch aktuelle Daten außerhalb des Reports unterstreichen die Bedeutung dieses industriellen Fundaments. Laut Statistik Austria wurden 2024 in Österreich rund 16 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet; die F&E-Quote lag bei 3,35 Prozent des BIP1. Nach Angaben von Advantage Austria ist die Maschinen- und Metallwarenindustrie der bedeutendste industrielle Arbeitgeber des Landes: für die metalltechnische Industrie wurden 2023 rund 135.000 Beschäftigte und ein Umsatz von 45 Milliarden Euro ausgewiesen.

DACH-Vergleich: Wirtschaftsleistung und Exponierung

Im DACH-Vergleich liegt der potenziell gefährdete Output in Deutschland bei rund 288 Milliarden Euro (408 MilliardenUSD, PPP) und in der Schweiz bei 80 Milliarden Euro (67 Milliarden USD, PPP). Beim Anteil der MINT-Wertschöpfung an der gesamten Wirtschaftsleistung liegt Österreich mit 15,1 Prozent hinter Deutschland (17,5 Prozent) und der Schweiz (21,3 Prozent).

Der Index des STEM Skills Outlook 2026 wird anhand von drei Faktoren berechnet: der Abhängigkeit einer Volkswirtschaft von ihrer MINT-Wertschöpfung, der Anzahl von BSc- oder gleichwertigen Absolventen sowie dem Output, der bei einer Verschlechterung der MINT-Pipeline gefährdet wäre. Der daraus abgeleitete Indexwert bildet die Exponierung gegenüber Risiken im MINT-Bereich ab. Österreich erreicht im finalen Ranking 45,1 Punkte, genauso die Schweiz, und Deutschland 46,1 Punkte. Damit liegen alle drei Länder im Mittelfeld der untersuchten Volkswirtschaften.

Der vollständige Report ist hier zu finden.

(pi)

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