Nach London, Paris, Zürich und München bildet Wien nun das fehlende Puzzlestück im Europa-Portfolio der auf Luxushotels spezialisierten Mandarin Oriental Hotel Group, Hongkong: Mit 86 luxuriös ausgestatteten Zimmern und Suiten, dem Fine Dining Seafood-Restaurant „Le Sept“, einer Bar in Asia-Style sowie Konferenzräumen in unterschiedlichen Größen, will das Mandarin Oriental Vienna zu einem eleganten und diskreten Treffpunkt im Herzen von Wien werden. Details dazu und wie die weiteren Expansionspläne in Europa und darüber hinaus aussehen, verriet General Manager Mario Habicher im Gespräch mit xBN.
Herr Habicher, das Wiener Haus ist Teil einer Expansionsoffensive der Mandarin Oriental Gruppe. Welche strategische Bedeutung hat Wien für Sie als Standort? Wo werden die nächsten Häuser realisiert?
Wien ist für Mandarin Oriental kein weiterer Standort, sondern das fehlende Puzzlestück im kulturellen Europa-Portfolio. Nach London, Paris, Zürich und München ergänzt Wien die Achse europäischer Kulturmetropolen. Wien vereint Vergangenheit und Avantgarde: Hier treffen Mahler und Mozart auf neue Szenen von digitaler Kunst bis nachhaltigem Stadttourismus.
Die Stadt ist regelmäßig unter den lebenswertesten Metropolen der Welt. Sie ist Drehscheibe zwischen West- und Osteuropa, mit Potenzial für asiatische wie nordamerikanische Gäste. Die Wienerinnen und Wiener sind Genussmenschen – unser Haus richtet sich explizit auch an lokale Fans.
Wien war überfällig. Für unsere Gäste und für unsere Marke als Ort, an dem sich Geschichte, Musik, Kaffeehauskultur und kosmopolitischer Anspruch verbinden. Neben Wien entstehen derzeit auch neue Häuser in Dubai, Mallorca, Cortina. Das sind ebenfalls faszinierende Destinationen mit starker kultureller Identität.
Ist der Wiener Markt groß genug für exklusive Häuser wie das Mandarin Oriental? Wieviel verträgt der Wiener Markt?
Die Nachfrage nach hochwertigen, individuellen Hotelerlebnissen ist auch in Wien klar spürbar. Die Stadt wird zunehmend als attraktive Alternative zu Metropolen wie London, Paris oder Rom wahrgenommen. Das Bewusstsein der Tourismusverantwortlichen dafür, die Stadt behutsam weiterzuentwickeln, ohne in Overtourism zu verfallen, ist ein großer Vorteil. Wien kann und wird Exklusivität auf nachhaltige Weise tragen.
Aus welchen Ländern kommen die potenziellen Gäste hauptsächlich?
Wir erwarten einen hohen Anteil europäischer und amerikanischer Gäste. Auch der Anteil ostasiatischer und arabischer Reisender wächst kontinuierlich. Viele davon sind bereits mit der Marke Mandarin Oriental vertraut und freuen sich darauf, diese nun auch in Wien erleben zu können. Aber auch Wienerinnen und Wiener zählen zu unserer Zielgruppe. Unser gastronomisches Konzept “Atelier 7”, bestehend aus Fine Dining Restaurant “Le Sept”, Atelier 7 Brasserie, Atelier 7 The Café und Atelier 7 Izakaya & Bar soll ein kulinarischer Treffpunkt für internationale wie auch lokale Gäste werden.
Die Bauzeit war ja relativ lange. Was waren die größten Hürden für die Realisierung dieses Projektes im denkmalgeschützten ehemaligen Handelsgericht?
Die Kernsanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist immer eine besondere Herausforderung. Unser Ziel war es, die historische Substanz zu bewahren und gleichzeitig ein modernes, luxuriöses Hotel zu schaffen, das den heutigen Ansprüchen authentisch gerecht wird. Dafür waren zahlreiche spezialisierte Gewerke notwendig, vom Denkmalschutz über Architektur bis hin zu modernster Haustechnik. Besonders stolz sind wir darauf, dass Elemente wie das prachtvolle Stiegenhaus sowie die Fassade im Originalzustand erhalten werden konnten, um das geschichtsträchtige Erbe des Hauses als ehemaliges Handelsgericht weitergeben zu können.

Welche bürokratischen Hürden ärgern Sie am meisten in Österreich bzw. in der EU?
Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass viele Regelungen in Österreich und der EU einen wichtigen Beitrag zu Sicherheit und Qualität leisten. Damit kommen sie letztlich auch unseren Gästen zugute, die sich auf hohe Qualitätsstandards verlassen können. Wichtig ist, den richtigen Mittelweg zwischen Qualitätssicherung und Pragmatismus zu finden.
Was ist das Besondere an Ihrem Konzept für Wien? – Wo liegen die Assets Ihres Hauses am Wiener Platz? Wie wollen Sie das Haus positionieren und in eine erfolgreiche Zukunft führen?
Mandarin Oriental steht für diskreten, persönlichen Luxus. Das ist für uns eine Form von Gastlichkeit, die nicht von Größe oder Glanz lebt, sondern von echter Aufmerksamkeit und gelebter Individualität. Unser Ziel ist es, in Wien jene Gäste anzusprechen, die diese Facetten vom Luxus besonders schätzen. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich internationale Reisende ebenso wohlfühlen wie Wienerinnen und Wiener, die das Besondere suchen. Egal ob es sich um einen mehrtägigen Besuch handelt, einen Wellness-Tag in unserem Mandarin Oriental Wellness Bereich oder um einen außergewöhnlichen Abend im Atelier 7. Ich bin überzeugt, dass diese Kombination Wien bereichern wird.
Mandarin Oriental, Vienna
Mit der Eröffnung des Mandarin Oriental, Vienna setzt die international renommierte Mandarin Oriental Hotel Group ein eindrucksvolles Statement im Herzen der österreichischen Hauptstadt. Als Teil der Jardine Matheson Group mit Sitz in Hongkong betreibt die Marke derzeit 44 Luxushotels auf vier Kontinenten – von Asien über Europa bis Amerika – und beschäftigt weltweit rund 13.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2024 erzielte die Gruppe einen Umsatz von etwa 2 Milliarden Euro.
Seit über 60 Jahren steht Mandarin Oriental für exzellenten, von asiatischer Gastfreundschaft geprägten Service, außergewöhnliche Handwerkskunst und eine unverwechselbare Individualität, die jedes Haus zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Die Eröffnung in Wien knüpft an diese Tradition an und bringt sie in eine Stadt, die selbst für Kultur, Eleganz und Weltoffenheit steht.