Jedes dritte österreichische KMU plant 2026 KI-Investitionen

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Jedes dritte österreichische Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden plant für das Jahr 2026 ein festes Budget für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Das geht aus einer YouGov-Umfrage hervor, die im Auftrag von world4you durchgeführt wurde. Gleichzeitig nutzen bereits 38 Prozent der Betriebe KI-Anwendungen aktiv.

Künstliche Intelligenz hat den Status einer Zukunftstechnologie endgültig verlassen. Laut der Studie nutzen bereits 38 Prozent der heimischen Betriebe aktiv KI-Anwendungen. Besonders die regelmäßige Anwendung ist weit verbreitet: 35 Prozent der Unternehmen setzen KI mehrmals im Monat ein, ein Fünftel (21 Prozent) sogar mehrmals pro Woche.

Diese Nutzung soll weiter ausgebaut werden. 35 Prozent der befragten Unternehmen haben für 2026 bereits ein festes Budget für KI-Technologien eingeplant. Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you, betont die Relevanz dieser Entwicklung: „KI ist in Österreich kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität. Dass bereits mehr als jeder dritte Betrieb entsprechende Anwendungen nutzt und ein ähnlich hoher Anteil gezielte Investitionen plant, ist ein starkes Signal.“

Digitale Basisinfrastruktur als Standard

Sandra Trummer-Gabler,
Geschäftsführerin von world4you

Parallel zur KI-Offensive haben sich grundlegende digitale Tools im Unternehmensalltag fest etabliert. Eine eigene Website gehört bei 71 Prozent der Unternehmen zum Standard, professionelle E-Mail-Lösungen nutzen 61 Prozent. Digitale Office-Lösungen wie Microsoft 365 oder Google Workspace setzen etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Betriebe ein.

Deutlich geringer ist der Anteil jener Unternehmen, die den digitalen Vertrieb bereits aktiv vorantreiben. Nur jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) bietet seine Produkte oder Dienstleistungen über einen eigenen Webshop oder andere digitale Kanäle an.

Sichtbarkeit und Sicherheit als Investitionsprioritäten

Bei den Budgetplanungen für das laufende Jahr setzen die Unternehmen klare Schwerpunkte. An erster Stelle steht die Erhöhung der Online-Sichtbarkeit durch Investitionen in Website, soziale Medien und Online-Marketing. 38 Prozent der Betriebe nennen diesen Bereich als prioritär.

Hier zeigt sich ein markanter Unterschied zum deutschen Markt, wo die IT-Sicherheit die Investitionsliste anführt. In Österreich teilen sich der Schutz der digitalen Infrastruktur und die Implementierung von KI-Lösungen mit jeweils 35 Prozent den zweiten Platz. Die Verlagerung von Geschäftsprozessen in die Cloud bleibt für 27 Prozent der Unternehmen ein zentrales Thema.

Zeit und Geld als größte Hemmnisse

Trotz der strategischen Bedeutung scheitern viele Digitalisierungsvorhaben an pragmatischen Hürden. Der akute Zeitmangel ist die größte Bremse: Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) gibt an, im Tagesgeschäft keine Kapazitäten für die Planung und Umsetzung digitaler Projekte zu finden. Bei Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern liegt dieser Wert mit 54 Prozent noch höher.

Fast ebenso viele Betriebe nennen die Investitionskosten als zu hohe Barriere (49 Prozent), während 51 Prozent der Geschäftsführer über bürokratische Hürden klagen. „Gerade bei kleinen Betrieben fehlt es oft nicht am Willen, sondern an finanziellen Mitteln und verfügbarer Zeit. Hier sind einfache, kostengünstige und automatisierte Lösungen gefragt“, sagt Trummer-Gabler.

Standortfaktor: Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil

Trotz der identifizierten Hürden zeichnet die Studie ein insgesamt positives Bild für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Bereitschaft, in KI zu investieren, wertet Trummer-Gabler als Beleg für die Wettbewerbsorientierung des Mittelstands: „Digitalisierung darf kein Privileg großer Konzerne sein, sondern muss für den gesamten Mittelstand einfach zugänglich sein. Es müssen Lösungen gefunden werden, die den Zeit- und Kostenaufwand gerade für Kleinstunternehmen massiv reduzieren.“

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