Die Mobilitätswende ist auch in Österreich klar spürbar: Während Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor weiterhin gefragt sind, wächst das Interesse an Elektro- und Hybridautos deutlich. Steigende Zulassungszahlen zeigen, dass sich der Markt zunehmend in Richtung Elektromobilität bewegt. Um diese Entwicklung nachhaltig zu beschleunigen, braucht es nun vor allem leistbare Modelle sowie einen konsequenten Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Mit der Global Automotive Consumer Study erhebt das Beratungsunternehmen Deloitte jährlich die Einstellung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu aktuellen Entwicklungen im Automobilbereich. Für die aktuelle Ausgabe wurden rund 29.000 Konsumenten aus 27 Ländern befragt, darunter 1.000 Personen aus Österreich. Das Ergebnis: Benzin- und Dieselfahrzeuge haben in Österreich noch nicht ausgedient, doch der österreichische E-Auto-Markt nimmt Fahrt auf.
„Laut Statistik Austria wurden von Jänner bis November 2025 insgesamt 158.000 Elektro- oder Hybridautos zugelassen. Das sind um 40 Prozent mehr als im Jahr davor“, erklärt Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich. „Und auch künftig würden sich laut unserer Umfrage immerhin für 10 Prozent der Konsumenten für ein rein elektrisches Fahrzeug entscheiden, weitere 10 Prozent für einen Plug-in-Hybrid – man merkt, dass hier etwas in Bewegung gerät.“ Durchaus gefragt ist übrigens auch der klassische Hybrid als Einstiegsvariante in die Elektromobilität. 15 Prozent erwägen sich einen solchen als nächstes Auto zuzulegen.
Ganz loslassen wollen die Österreicher Altbekanntes dennoch nicht: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) setzt beim nächsten Autokauf noch auf einen Pkw mit reinem Verbrennungsmotor.
Kosten und Reichweite sind kaufentscheidend
Die Kaufentscheidung der Befragten für ein E-Auto wird dabei von unterschiedlichen Aspekten beeinflusst. Vor allem die geringeren Treibstoffkosten (45 Prozent) und Umweltbedenken (37 Prozent) lassen viele zu elektrobetriebenen Fahrzeugen greifen. Gleichzeitig bestehen noch Zweifel hinsichtlich der Reichweite (50 Prozent). Auch die teilweise hohen Anschaffungskosten (40 Prozent) gelten als Bremsfaktor für den Markt.
„Das Angebot an Elektrofahrzeugen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, doch noch immer halten sich in der Bevölkerung hartnäckige Bedenken. Für einen breiten Umstieg auf E-Mobilität fehlt es aus Sicht der Befragten vor allem an wirtschaftlich attraktiven Angeboten“, so Matthias Kunsch. „Doch gerade in diesem Bereich wird sich in den kommenden Monaten einiges verändern: Hersteller haben für 2026 und 2027 zahlreiche kostengünstigere Modelle angekündigt.“
Ladeinfrastruktur als Schlüssel zur Alltagstauglichkeit
Neben attraktiven Modellen spielt auch die Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle für den Erfolg der E-Mobilität. Obwohl sich infrastrukturtechnisch in Österreich in den vergangenen Monaten viel getan hat, schrecken lange Ladezeiten (38 Prozent) potenzielle Käufer ab. Bei den Lademöglichkeiten in Privathäusern muss sich ebenfalls noch mehr tun: Zwar würde die Mehrheit (63 Prozent) das eigene E-Auto bevorzugt zu Hause laden, tatsächlich verfügt jedoch jeder Dritte (30 Prozent) nicht über eine private Ladestation.
„Beim Thema Laden besteht erheblicher Handlungsbedarf. Investitionen in das Schnellladenetz sind – gerade außerhalb von Wien – dringend notwendig“, weiß Matthias Kunsch. „Grundsätzlich ist es aber erfreulich, dass der E-Auto-Markt hierzulande endlich in Fahrt kommt. Doch Fakt ist auch: Erst durch ein effizient ausgebautes, flächendeckendes Ladenetz und vor allem leistbare Fahrzeuge wird sich die Elektromobilität wirklich bei der Masse durchsetzen.“
(pi)